Klassifikation nach ICD-10 F60.-
Wir nehmen Sie als Mensch in Ihrer Gesamtheit wahr
Unsere persönlichen Eigenschaften bestimmen unser Verhalten, unsere Wahrnehmung und unser Empfinden und machen uns zu dem einmaligen Menschen, der wir sind. Ob empathisch, selbstständig, perfektionistisch, verletzlich, impulsiv oder flexibel – alle Eigenschaften gemeinsam bilden unsere ganz eigene Persönlichkeit. Äußert sich jedoch ein tief verwurzeltes Erlebens- und Handlungsmuster in verschiedenen privaten aber auch beruflichen Lebenslagen als unveränderlich erscheinende Reaktion, liegt eine Persönlichkeitsstörung oder eine Persönlichkeitsakzentuierung vor, die bei Betroffenen oder Angehörigen zu einem Leidensdruck führen und den Alltag und die Freizeit stark beeinträchtigen kann.
Die Fähigkeit aus bestimmten Erfahrungen emotionale und konstruktive sowie weiterführende Schlüsse zu ziehen und das eigene Verständnis und Empfinden für sich und andere stimmig entwickeln zu lassen, ist bei Betroffenen einer Persönlichkeitsstörung häufig stark eingeschränkt oder beschränkt sich mit forcierter Energie auf spezifische eingeengte Lebensbereiche.
Für Familie, Freunde und Bekannte ist es meist offensichtlich, welche Verhaltensweisen geändert werden müssten, um die Probleme zu beheben; Betroffene weisen jedoch oft eine verzerrte Selbstwahrnehmung auf und haben daher Schwierigkeiten, eigene Haltungen, Gefühle und Verhaltensweisen reflektiert zu betrachten. Dies kann nicht nur zu Problemen in zwischenmenschlichen Beziehungen führen; auch Suchterkrankungen oder aggressives Verhalten können die Folge einer Persönlichkeitsstörung sein. Besonders wichtig ist daher die professionelle und schnelle Hilfe bei auftretenden Symptomen.
Betroffene einer Persönlichkeitsstörung können auf die unterschiedlichsten Probleme und Beschwerden treffen:
Häufige Persönlichkeitsstörungen sind unter anderem:
Jedes Krankheitsbild erfordert unterschiedliche Herangehensweisen in der Behandlung. Deshalb ist eine eindeutig gestellte Diagnose durch unsere Fachexperten zu Beginn der Therapie essenziell – nur so kann der Therapieplan ganz auf Sie abgestimmt und die eindeutige Persönlichkeitsstörung festgestellt werden. In hochfrequenter Psychotherapie wird dann gemeinsam daran gearbeitet, die konkreten belastenden Verhaltensweisen und Gedanken so zu verändern, dass der Betroffene zwischenmenschliche Probleme und alltägliche Konflikte besser bewältigen kann.
Wir sind für Sie da
Nicht jede auffällige oder stark ausgeprägte Eigenschaft ist automatisch krankheitswertig. Entscheidend ist eher, ob bestimmte Denk-, Gefühls- und Verhaltensmuster über längere Zeit starr bleiben, sich in verschiedenen Lebensbereichen zeigen und zu deutlichem Leidensdruck oder wiederkehrenden Konflikten führen. Dann kann eine fachliche Einordnung sinnvoll werden.
Bei Persönlichkeitsstörungen ist die Selbstwahrnehmung häufig verzerrt. Das bedeutet, dass belastende Verhaltensweisen oder Reaktionen von außen oft deutlicher gesehen werden als von den Betroffenen selbst. Genau das kann dazu führen, dass Konflikte immer wieder ähnlich verlaufen, ohne dass die zugrunde liegenden Muster leicht verändert werden können.
Wenn Wahrnehmung, Emotionsverarbeitung und Reaktionen über längere Zeit starr oder wenig flexibel bleiben, wirkt sich das häufig besonders stark auf zwischenmenschliche Beziehungen aus. Missverständnisse, Rückzug, starke Verletzlichkeit oder anhaltende Konflikte können dann nicht nur Freundschaften und Familie, sondern auch Schule, Ausbildung oder den weiteren Lebensweg belasten.
Eine präzise diagnostische Einordnung ist wichtig, weil sich Persönlichkeitsstörungen sehr unterschiedlich zeigen können und die Behandlung davon maßgeblich abhängt. Erst wenn klar erfasst wird, welche Muster tatsächlich vorliegen und wie stark sie den Alltag beeinflussen, kann ein Therapieplan entwickelt werden, der individuell passt und therapeutisch sinnvoll ansetzt.