Klassifikation nach ICD-10 F42.-
Wenn die Kontrolle aus der Kontrolle gerät
Wir alle kennen das Phänomen, dass bestimmte Gedanken immer wieder in unserem Kopf auftauchen und wir bestimmte Handlungen unsinnigerweise ausführen, obwohl wir es eigentlich besser wissen. Bei Zwangsstörungen nehmen die beschriebenen Phänomene aber ein ganz anderes Ausmaß an.
Die Erkrankung manifestiert sich durch ständig wiederkehrende Zwangsgedanken, störende Impulse, Vorstellungen und Ideen. Zudem kommt es zu Zwangshandlungen, die die Betroffenen stereotyp immer wieder ausführen „müssen“. Es wird ein innerer Druck erlebt, der die Betroffenen quält und ihr Leben stark belastet. Der Zwang beeinträchtigt den Alltag und das soziale Leben. Oft wird Scham über die Zwangsgedanken und -handlungen empfunden und ein erheblicher Leidensdruck entsteht. Mit Zwangsstörungen, an denen in Deutschland ca. 2-3% der Bevölkerung leiden, gehen oft auch andere psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen einher. In unserer Privatklinik für Jugendpsychiatrie sind wir auf die Behandlung von Zwangsstörungen spezialisiert. Lassen Sie sich jetzt unverbindlich von unseren Experten beraten 08682 2159 590.
Damit eine Zwangsstörungen entstehen kann müssen mehrere Faktoren zusammenspielen. Zu den Risikofaktoren gehören:
Wir betrachten den jungen Menschen in seiner Gesamtheit. Unser interdisziplinäres Expertenteam befasst sich mit der individuellen Entstehungsgeschichte der Zwangsstörung und entwickelt ein ganzheitliches Behandlungskonzept, welches auf die Bedürfnisse der jungen Patienten abgestimmt ist.
Wir sind für Sie da!
Entscheidend ist meist nicht die einzelne Handlung, sondern wie stark sie den Alltag bestimmt. Wenn Jugendliche Handlungen oder Gedanken nicht mehr gut unterbrechen können, dadurch unter starkem innerem Druck stehen und Schule, Freizeit oder soziale Kontakte darunter leiden, kann mehr dahinterstecken als ein bloßes Ritual oder ein Ordnungstick.
Viele Betroffene empfinden ihre Zwänge als peinlich, belastend oder schwer erklärbar. Gerade weil oft ein Bewusstsein dafür besteht, dass die Gedanken oder Handlungen unsinnig wirken, sprechen Jugendliche nicht offen darüber. Für Eltern bleibt die Belastung deshalb häufig lange verborgen, obwohl der innere Druck bereits sehr hoch ist.
Ja. Viele junge Betroffene erleben sehr deutlich, dass ihre Gedanken oder Handlungen übertrieben oder nicht logisch sind. Das bedeutet aber nicht, dass sie die Zwänge einfach abstellen können. Gerade dieser Widerspruch zwischen Einsicht und fehlender Kontrolle ist für viele Jugendliche besonders quälend.
Zwänge können sich mit der Zeit verfestigen und immer mehr Lebensbereiche erfassen. Wenn Handlungen oder Gedanken zunehmend zur Bewältigung von Angst, Unsicherheit oder innerer Anspannung genutzt werden, entsteht häufig ein sich selbst verstärkender Kreislauf. Eine frühe fachliche Einordnung kann helfen, diese Entwicklung zu durchbrechen und den jungen Menschen gezielt zu entlasten.